Sandra Buczek
Veröffentlicht am in TV, User Experience

Xbox One – zukünftig DIE Entertainment-Zentrale in Ihrem Wohnzimmer?

Wer kennt das nicht, unsere Wohnzimmer stehen voll mit lauter Geräten die unser Leben schöner und aufregender machen sollen. Eine Set-Top-Box für den TV Empfang, der Blue-Ray Player zum Abspielen von Filmen, Apple TV für persönliche Dateien und schließlich noch die Spielekonsole für die Gamer unter uns. Gratis oben drauf gibt es auf jedem modernen Gerät Online-Dienste für Video, Nachrichten, Social Networking und vielem mehr. Nebenbei holen wir uns Zusatzinformationen über unser Handy, Tablet oder den Laptop.

Was will man mehr?!
Eine mögliche Antwort könnte sein: EIN Gerät, das als Entertainment- und Multimedia-Zentrale all diese Inhalte und Funktionen abbilden kann.

Die Zukunft in Ihrem Wohnzimmer?

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Microsofts neuste Konsolen-Generation – die Xbox One – wurde angekündigt als ein Gerät, das den Umgang mit Spielekonsolen im heimischen Wohnzimmer revolutionieren soll. Die ehemalige Spielekonsole soll nun der Entertainment Allrounder in Ihrem Wohnzimmer werden. Fernsehen, Video, Musik, Internet, Videotelefonie über Skype und nebenbei auch noch Games. Für Unentschlossene gibt es sogar den Snap-Mode, in dem Sie mehrere dieser Anwendungen parallel auf einem Screen aufrufen können. Dieses Feature soll den Kunden stärker an den zentralen Bildschirm im Wohnzimmer binden und konkurriert somit mit den typischen Second Screen Anwendungen auf dem Tablet, Mobile oder Laptop. Über „Instant Switching“ kann (zumindest in der Theorie) blitzschnell zwischen all diesen Anwendungen gewechselt werden.

Womit wir bereits beim Kern des – mögen wir es Problem nennen – angekommen sind. Wie bedient man diese Entertainment-Zentrale eigentlich? Unumstritten, der Spiel-Controller ist dafür wohl eher ungeeignet. Dank Kinect und der damit verbundenen Sprach & Gestensteuerung der Konsole soll man das Gerät in Windeseile ohne Fernbedienung bedienen können. Ist und bleibt die Frage – möchte ich das denn überhaupt?

Ein eindeutiger Vorteil ist, dass das lästige Fernbedienung-Suchen ein Ende hat. Darüber hinaus ist es sicherlich einfacher einen beliebigen Sendernamen gen Fernseher zu rufen als sich die Sendernummer raus zu suchen und dann über die Nummerntasten auf Kanal 25 schalten zu müssen. Personen werden anhand ihrer Stimme und mithilfe der Gesichtserkennung erkannt und automatisch in ihr persönliches Konto eingeloggt. Kein lästiges um- und anmelden mehr – das ist insbesondere in einem Mehrpersonen-Haushalt ein durchaus komfortables Feature.

Auf der anderen Seite fühlt es sich immer noch nach Science-Fiction an, auf der Couch zu sitzen und mit seinem Fernseher zu reden oder wild zu gestikulieren, um per Gestensteuerung das Gerät zu bedienen. Selbst wenn einem das nicht komisch vorkommt, bleibt die Tatsache, dass die Kinect nie schläft und die automatisch damit verbundene Frage steht im Raum „Beobachtet sie mich?“. Und ja, sie könnte es zumindest, denn die Mikrofone sind permanent angeschaltet und auch die Kamera entspricht dem neuesten Standard. So sorgt die Gesichtserkennung dafür, dass bis zu sechs Leute im Raum erkannt und „verfolgt“ werden. Theoretisch könnten wir dadurch in unseren eigenen vier Wänden ausspioniert werden und Unternehmen auf diesem Wege unschätzbare Markforschungs-Ergebnisse gewinnen. Selbst Gegner ausgeklügelter Verschwörungstheorien – zu denen ich mich zähle – sollten an dieser Stelle feststellen, dass die auf diesem Weg gesammelten Daten für Unternehmen insbesondere in Bezug auf personalisierte Werbung vielerlei Möglichkeiten bieten. Ich als Nutzer finde die Vorstellung jedoch alles andere als verlockend.

Fazit

Insbesondere für diejenigen unter uns, die sich vor Geräten, Kabeln, und Fernbedienungen im Wohnzimmer kaum retten können, steht doch immer wieder die Frage im Raum, ob das Entertainment-Setup nicht einfacher abzubilden ist. Ich persönlich finde den Grundgedanken hinter der Xbox One daher sehr spannend und finde, dass sie – vorausgesetzt Microsoft kann bezüglich Performance und Content-Angebot halten was die Keynote verspricht – durchaus Potential hat, die Entertainment-Zentrale in vielen Wohnzimmern zu werden.

Die Idee steht und fällt aus meiner Sicht zum einen mit einer transparenten Kommunikation des Datenschutz-Themas. Zum Anderen ist jedoch ausschlaggebend, ob die Usability sowie die User Experience der Xbox One für jeden Anwendungsfall mit der entsprechenden Einzellösung mithalten kann. Denn im Endeffekt habe ich lieber fünf Geräte die ihren Zweck sehr gut erfüllen, als ein Gerät das alles ein bisschen gut kann.

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2 Kommentare zu “Xbox One – zukünftig DIE Entertainment-Zentrale in Ihrem Wohnzimmer?

  1. Liebe Sandra,

    ein Gerät für alles hört sich wirklich erstmal gut an, aber wenn das Ding dann ausfällt, geht halt auch alles auf einmal nicht mehr. SuperGAU. Bin übrigens ein großer Freund der sogenannten Verschwörungstheorie, aber hier braucht man ja noch nicht mal eine Verschwörung aufdecken – was geht, wird auch gemacht. In mein Wohnzimmer wird Big Brother jedenfalls nicht so schnell reingelassen.

    Viele Grüße und Kompliment für die tolle neue Website
    claus

  2. Hallo Claus,
    willkommen auf unserem Blog – es freut mich das du Gefallen an der neuen Webseite findest. Deine Bedenken gegenüber der Xbox One kann ich sehr gut nachvollziehen.
    Natürlich kann man den Fehlerfall nie ganz ausschließen und in einem solchen Fall wäre man (insbesondere an einem verregneten Sonntag) wirklich total aufgeschmissen. Es bleibt zu hoffen, dass die Fehleranfälligkeit möglichst gering und die Qualität der Hardware möglichst gut ist. Ganz ausschließen kannst du diesen Fall aber wahrscheinlich mit deinem aktuellen Entertainment-System mit mehreren Geräten auch nicht, denn wenn z.B. dein Fernseher den Geist aufgibt hast du ein ähnliches Problem.
    Was die Verschwörungstheorie angeht triffst du den wunden Punkt des Geräts. Die permanente Bereitschaft von Kinect ist sicherlich DER Grund, der viele davon abhalten wird sich die Xbox One zu kaufen. Aber es gab bei der Einführung von technischen Neuerungen oder Diensten anfangs oft große Empörung über diese Datenschutz-Themen und in der Regel nimmt die Sensibilität der Nutzer dann aber zunehmend ab. Und letztendlich muss man abwägen, ob man sich aufgrund der Vorteile die man in seinem speziellen Anwendungsfall durch die Xbox hat daran gewöhnen kann, von ihr belauscht und beobachtet zu werden. Aber das ist auch aus meiner Sicht ein absolut valides Argument, mir ist bei dem Gedanken auch noch nicht so wohl…

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