Maximiliane Wagner
Veröffentlicht am in Events, Konzeption, Usability, User Experience

Rückblick auf die Konferenz UXLx in Lissabon

Als Usability und User Experience Spezialisten besuchen wir regelmäßig Konferenzen und Fortbildungen, um dem schnellen technischen Wandel interaktiver Produkte folgen zu können, neue Trends in der Branche aufzuspüren und uns mit Gleichgesinnten auszutauschen. Daher machten sich meine Kollegin Renate und ich uns auf die Reise nach Lissabon, um die User Experience Konferenz UXLx 2016 zu besuchen und anschließend noch zwei Tage die Stadt zu entdecken. An unseren Erfahrungen und Learnings aus diesen aufregenden Tagen wollen wir euch gerne teilhaben lassen.

Renate und ich besuchten zwei von insgesamt vier Tagen der Konferenz. Der erste beinhaltete zwei Workshops, der zweite bot Vorträge zu unterschiedlichsten Themen.

Animating the User Experience

Auf den ersten Workshop „Animating the User Experience“ von Val Head waren Renate und ich besonders gespannt, da wir im Rahmen unserer Konzeptionstätigkeit auch immer häufiger Animationen definieren und Anschauungsbeispiele dafür erstellen.

Zunächst erklärte Val Head, dass das Verwenden von Animationen nur dann sinnvoll ist, wenn diese einen Zweck erfüllen und dabei gut aussehen. Der Zweck kann dabei ganz unterschiedlich sein. Animationen können helfen den kognitiven Aufwand für den Nutzer zu reduzieren, Änderungen am Interface hervorzuheben, Zusammenhänge darzustellen oder einfach nur Ladezeiten unterhaltsam zu überbrücken. Anschließend stellte Val Head die „12 Basic Principles of Animation“ vor, die bei Disneys berühmten Zeichentrickfilmen Anwendung finden und auch bei Animationen für UIs berücksichtig werden sollten. Um die neuen Erkenntnisse gleich anzuwenden, bauten wir zum Abschluss noch einen kleinen Prototpyen. Der Workshop war durch viele gut gewählte Beispiele sehr anschaulich und machte Lust darauf, sich eingehender mit dem Thema Animation zu beschäftigen.

Unfold your Brain

Gut gestärkt durch ein ausgiebiges Mittagesseen fanden wir uns nachmittags zum Workshop „Unfold Your Brain“ bei Denise Jacobs ein. Was folgte war ein höchst unterhaltsamer Wechsel zwischen einer Präsentation zum Thema Kreativität und verschiedenen kleinen Übungen, die dabei helfen Blockierungen im Gehirn zu lösen und die Kreativität jedes einzelnen herauszukitzeln. Interessant war die Erfahrung, dass wir in Bezug auf Kreativität alle von den gleichen Ängsten geplagt werden. Denise Jacobs gab uns viele Tipps wie wir mit diesen Ängsten umgehen können und den „Inner Critic“ verstummen lassen. Dabei wies sie auf das Paradox hin, dass die Menschen, die am stärksten am Impostor-Syndrom leiden, meist die fähigsten sind.

Besonders unterhaltsam war eine Übung, bei der wir uns gemeinsam eine Geschichte ausdachten, indem wir zunächst den ersten, den letzten und den mittleren Satz festlegten und dann versuchten die Lücken zu füllen. Von Monstern, über Aliens und einen Hauch Romantik hatte die Geschichte alles, was eine gute Story braucht.

Fairy Tale Experience

Der zweite Konferenztag bot insgesamt 12 Vorträge von denen ich unser persönliches Highlights vorstellen möchte. Per Axbom erzählte uns in seinem Talk „Fairy Tale Expperiences“ das Märchen von Rotkäppchen, das sich für den Besuch bei Großmutter gerne einen neuen, grünen Mantel zulegen möchte. Über Google ist auch schnell ein Onlineshop gefunden, der Mantel mit einem Klick im Warenkorb. Die Adresse wird automatisch ausgefüllt und über einen Online-Bezahldienst das Geld abgebucht. Super schnell, super User Experience? Leider nein. Als Rotkäppchen die Bestätigungsmail erhält, muss es feststellen, dass die Versandkosten sehr hoch sind und die Lieferung leider zu lange dauert, sodass der Mantel zu spät für den Besuch bei der Großmutter ankommen wird.

Anhand dieser eindrucksvollen Story zeigt Per Axbom auf, welche Probleme sich ergeben, wenn wir dem Nutzer alle Hindernisse aus dem Weg räumen und ihn nur noch möglichst schnell und unkompliziert durch einen Prozess schleusen. Er spricht sich dafür aus, den Nutzer ruhig aus seinem „Auto-Pilot“ zu reißen und ihn dazu zu bringen, an bestimmten, wichtigen Stellen innezuhalten und kurz zu überdenken, ob er auf dem richtigen Weg ist. Ein interessanter Ansatz, der uns zum Nachdenken anregte.

Fazit

Der Besuch der UXLx hat sich für uns beide gelohnt. Wir haben viele neue Anregungen rund um das Thema User Experience mitgenommen und nebenbei noch eine wunderbare Stadt und schönes Wetter genossen.

Wir haben nicht bereut, dass wir nur an zwei Tagen der Konferenz teilnahmen, da diese bereits so viele neue Informationen und Anregungen mit sich brachten, dass wir ziemlich erschöpft und nicht mehr aufnahmefähig waren. So war es ganz gut, dass uns nun noch zwei weitere Tage in Lissabon blieben, in denen wir unsere Eindrücke austauschen und gemeinsam die Stadt erkunden konnten.

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2 Kommentare zu “Rückblick auf die Konferenz UXLx in Lissabon

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