Anja Stork
Veröffentlicht am in ISO 9241-110, Konzeption, Usability, User Experience

Was ist Usability?

Was versteht man eigentlich genau unter Usability und wie kann das Fundament für eine intuitive Benutzeroberfläche gelegt werden? In diesem Beitrag werde ich die der ISO 9241-11 zugrundeliegende Begriffsdefinition heranziehen und näher erläutern.

Die Definition beschreibt Usability wie folgt:

„Usability beschreibt das Ausmaß in dem ein Produkt durch einen bestimmten Benutzer, in einem bestimmten Kontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effizient, effektiv und zielführend zu erfüllen.“

Somit wird klar, dass der Benutzer im Zentrum der Betrachtungen liegt und das zu entwickelnde Produkt Ihn in einem bestimmten Nutzungskontext unterstützen soll, sein Ziel zu erreichen. Um den Benutzer kennenzulernen, werden meist die Untersuchungen der Marketingabteilung hinzugezogen, Studien gelesen oder sich durch Sinus-Milieu-Definitionen gekämpft. Durch diese Vorgehensweise werden Personen auf Basis demographischer Daten einer bestimmten Gruppe zugeordnet.  Aber sind das die Informationen, die entscheidend sind für die Entwicklung einer neuen Benutzeroberfläche? Ich sage nein. Denn entscheidend sind hier andere Faktoren, wie die Erfahrung mit der Aufgabe, die Erfahrungen und Einstellungen zur Technik selbst und nicht zuletzt die eigenen Fähigkeiten.

Neben dem Benutzer ist auch der Kontext entscheidend. Der Nutzungskontext beschreibt die Rahmenbedingungen denen sich das interaktive Produkt stellen muss. Neben dem Benutzer sind das die Aufgaben, Arbeitsmittel und das technisch soziale Umfeld. Diese Bedingungen müssen bekannt sein, um richtige Entscheidungen für das Produkt zu treffen. Wie erfahren wir die nützlichen Insights von unseren Benutzern, um uns ein umfassendes Bild zu machen? Naja, eigentlich ganz einfach, wir fragen sie. Dies kann durch semi-strukturierte Interviews mit Hilfe von vorab definierten Leitfragen erfolgen. Damit keine Informationen verloren gehen werden diese in Aufsätzen in verständlicher Sprache (in sog. Kontextszenarien) niedergeschrieben und ausgewertet.

Nicht zu vergessen ist, dass das Produkt immer ein bestimmtes Ziel verfolgt. Gute Usability bedeutet, dass ein Ziel effektiv, effizient und zufriedenstellend erreicht wurde. Die Effektivität beschreibt die erste Stufe, die Tatsache, dass der Benutzer durch die Anwendung des Produktes sein Ziel erreichen kann. Genauer sollte man sich die Effizienzprinzipien anzuschauen, denn hierbei geht es darum, den Aufwand für die Erreichung des Ziels zu optimieren.

Aufgabenangemessenheit, Selbstbeschreibungsfähigkeit, Steuerbarkeit, Erwartungskonfirmität, Fehlertoleranz, Individualisierbarkeit, Lernförderlichkeit

Grafik Dialog-Prinzipien

Werden die 7 Dialog-Prinzipien der Effizienz bei der Entwicklung des Produktes erfüllt, hat man das dritte Kriterium – die Zufriedenstellung – so gut wie in der Tasche. Die Zufriedenstellung beschreibt die positive Einstellung des Benutzers zum Produkt.

Wie man am besten Vorgeht, um ein usabiles Produkt zu konzipieren wird Thema einer meiner nächsten Beiträge sein.

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5 Kommentare zu “Was ist Usability?

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  5. Ein sehr aufschlussreicher Artikel. Ich habe von den 7 Dialog-Prinzipien der Effizienz bei der Entwicklung eines Produktes noch nie gehört. Aus User-Sicht kann ich aber sagen, dass Effizienz das wesentliche ist. Von Anfang an. Ich bin bereit mich in neue Gebiete und Produkte einzuarbeiten. Aber auch dies muss bereits bei einer Software effizient sein: Stunden ja, Tage nein. Denn dazu habe ich die Software ja nicht gekauft. Sie soll Zeit sparen, nicht Zeit kosten. Eine einfache Bedienungsoberfläche bei der ich sofort orientiert bin und mich dann weiter vertiefen kann, ein (auch farblich) schönes plastisches Design, wenige Reiter und schnelle Ladezeiten, keine unnötigen Komplexitäten sind, wie gesagt aus User -Sicht, die Zutaten aus denen eine gute Software gemacht ist. Für Qualität (es wurde an den Kunden / Nutzer wirklich umfassend gedacht) zahlt man übrigens auch gerne den angemessen Preis. VG, Rene

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